Über das Projekt

Über das Projekt

Seit Dezember 2015 machen wir zusammen eine Ausbildung zu systemisch-lösungsorientierten Therapeut*innen. Anfang 2017 hatten wir die Idee, dass wir das, was wir bis jetzt schon gelernt haben mehr in der Praxis umsetzen wollen. Wir sind alle drei schon in unterschiedlichen Kontexten als Berater*innen tätig. Aus unserer Ausbildung haben wir die Idee mitgenommen, zu zweit Beratung anzubieten. Der Gedanke dahinter ist, dass es dadurch möglich ist, mehrere Perspektiven und eine interne Reflexion in die Beratung einbringen zu können. In dieser Zweier-Konstellation und unseren Wertvorstellungen entsprechend Beratung anbieten zu können, vor allem für Trans-Personen, Inter-Personen, Lesben, Queers und_oder Frauen, das ist das Ziel dieses Projekts.

Warum fokussieren wir in unserem Projekt gerade diese Zielgruppe? Am stärksten spielt dabei unsere eigene Positionierung eine Rolle. Zwei von uns sind weiß und verstehen sich als lesbisch bzw. trans und nichtbinär. Wir haben deshalb Expertise für FLT*I*-Q-spezifische Themen aus einer weißen Perspektive. Uns ist es wichtig, die Spezifität dieser weißen Perspektive immer wieder in unserer Beratungspraxis mitzudenken und zu reflektieren. Wir können zudem für Berlin verschiedene Beratungsprojekte empfehlen, in denen aus einer vorwiegend BPoC-Perspektive Beratung angeboten wird wie zum Beispiel LesMigraS, Gladt, den Migrationsrat etc.

Eine machtkritische Haltung gegenüber unserer eigenen Beratungspraxis ist für uns extrem wichtig. Unserer Meinung nach sind Beratungskontexte und Beratungsgespräche immer Räume, in denen Machtverhältnisse relevant sind: Wie ist das Setting gestaltet? Wer ist Expert*in für das Anliegen? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es zwischen Ratsuchenden und Beratenden?

Lösungsorientierte Beratung bietet unserer Meinung nach Ansätze, mit denen es möglich ist, solche Fragen in Beratungskontexten mitzudenken und mitzuthematisieren. Wir gehen immer davon aus, dass jede Person, die ein Problem mitbringt selbst in der Lage ist, dieses Problem zu lösen. Die Rolle der Berater*innen sehen wir darin, diesen Prozess zu begleiten ohne zu irgendeinem Zeitpunkt etwas anzunehmen, „zu wissen“, vorzugeben oder zu formen. Das können wir zum Beispiel dadurch machen, dass wir einen Rahmen bieten, in dem über das Anliegen laut gedacht werden kann. Wir können mit offenen Fragen eigene Impulse einbringen, die hilfreich oder auch vollkommen irrelevant sein dürfen für die Lösung des Problems. Berater*innen sind unserer Meinung nach also nicht Expert*innen für Probleme, sondern Prozessbegleiter*innen und Rahmen-Gestalter*innen.

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